Z51.83G – Forum Substitutionspraxis Ausgabe 6

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Z51.83G – Forum Substitutionspraxis

Monatsrundbrief                                   Ausgabe 6, 14. Juni 2017

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
 
nun hat auch der Bundesrat die neue BtMVV verabschiedet. In Kraft tritt die Verordnung aber erst, wenn der GBA seine Stellungnahme zu den Richtlinien der Bundesärztekammer abgegeben hat, der Vorstand der BÄK daraufhin die Richtlinien noch einmal ändert oder endgültig verabschiedet und letztlich das Bundesgesundheitsministerium die Richtlinien akzeptiert und im Bundesanzeiger abdruckt. Erst dann gilt die neue BtMVV. Also Anfang September, wenn nichts mehr dazwischen kommt.
Damit allerdings ist es nicht getan: Auf Antrag der Kollegen Dr. Detlef Lorenzen und Dr. Robin Maitka aus Baden-Württemberg fordert der 120.Deutsche Ärztetag den GBA und die KBV auf, „auch auf sozialrechtlicher Ebene die "Richtlinie Methoden vertragsärztlicher Versorgung" (MvV-RL) und die Gebührenordnung anzupassen.“ Die Apothekerschaft wiederum wird sich Gedanken machen müssen, wie sie die regionale Versorgung aus den Pharmazien verbessern kann. Und die Träger der psycho-sozialen Behandlung werden sich gegen Versuche von Haushaltspolitikern wappnen müssen, die kommunale Finanzierung der PSB einzuschränken, wenn die Begleitbehandlung laut BtMVV nicht mehr vorgeschrieben ist, sondern in den BÄK-Richtlinien lediglich empfohlen wird.
 
Verordnung über das Verschreiben, die Abgabe und den Nachweis des Verbleibs von Betäubungsmitteln (Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung - BtMVV)
"Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung vom 20. Januar 1998 (BGBl. I S. 74, 80), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 22. Mai 2017 (BGBl. I S. 1275) geändert worden ist" (Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (juris) - Vollversion)
http://www.forum-substitutionspraxis.de/recht-gesetz/gesetze-verordnungen/4365-verordnung-ueber-das-verschreiben-die-abgabe-und-den-nachweis-des-verbleibs-von-betaeubungsmitteln-betaeubungsmittel-verschreibungsverordnung-btmvv
 
Zum Tode Chaim Jellineks: Nachruf der Deutschen AIDS-Hilfe
Ende Mai 2017 verstarb der Berliner Kollege Chaim Jellinek. Die Deutsch AIDS-Hilfe würdigt den Neuköllner Substitutionsarzt und verweist auf den Nachruf in der Jüdischen Allgemeinen, auf ein Interview mit Jellinek und auf seine Rede in Berlin zum Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige 2016.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/selbsthilfe/dah/4348-zum-tode-chaim-jellineks-nachruf-der-deutschen-aids-hilfe
 
Leitfaden "Ältere Drogenabhängige in Versorgungssystemen"
Der Leitfaden "Ältere Drogenabhängige in Versorgungssystemen" ist im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projektes „Netzwerk 40+ zur Entwicklung von bedarfsgerechten Maßnahmen zur Versorgung älterer drogenabhängiger Menschen“ entstanden. Die Ergebnisse der Projektarbeit sind in diesen Leitfaden geflossen.
Der Leitfaden soll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienste aus Suchthilfe, Altenhilfe sowie weiteren Sozial- und Gesundheitsbereichen für das Thema sensibilisieren und sie in der Arbeit mit diesem Personenkreis unterstützen. Chancen für die gemeinsame Gestaltung der Versorgung sollen genauso deutlich werden wie Hindernisse in der Umsetzung von Lösungen. (Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V., 2017)
http://www.forum-substitutionspraxis.de/versorgungspraxis/national/4354-leitfaden-aeltere-drogenabhaengige-in-versorgungssystemen
 
NRW: Substitution jetzt auch gefährdet in Schwelm und Düsseldorf-Flingern
In weiteren Regionen NRWs wird es eng für SubstitutionspatientInnen: In Schwelm und Umgebung fehlen Ärzte, in Düsseldorf-Flingern ist die Schließung der städtischen Methadonambulanz im Gespräch
http://www.forum-substitutionspraxis.de/versorgungspraxis/national
 
Deutschland. Zahl der Drogentoten erneut gestiegen
In Deutschland sind im vergangenen Jahr 1333 Menschen durch Drogenkon­sum gestorben. Die Zahl der Rauschgifttoten stieg damit gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent – und bereits zum vierten Mal in Folge. (aerzteblatt.de)
http://www.forum-substitutionspraxis.de/begleitkrankheiten/drogentod/3699-deutschland-zahl-der-drogentoten-erneut-gestiegen
 
Europarat kritisiert Haftzustände in schwäbischem Gefängnis
Keine Methadon-Behandlung, kaum Telefonate und respektloses Verhalten der Mitarbeiter: Der Antifolterausschuss des Europarates hat die Zustände in einem schwäbischen Gefängnis kritisiert. Die Bundesregierung widerspricht. „Sogar während des Besuchs der Ausschussmitglieder habe sich ein Gefangener in Substitutionsbehandlung befunden. Zudem gebe es auch außerhalb der Haft „eklatante Unterschiede“ bei der regionalen Verfügbarkeit von Substitutionsprogrammen“, schreibt mittelbayerische.de.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/substitution-in-haft/4330-europarat-europarat-kritisiert-haftzustaende-in-schwaebischem-gefaengnis
 
Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger und Menschenrechte in deutschen Haftanstalten – ein Problemfall!
Unter dieser Überschrift haben Heino Stöver, Bärbel Knorr und Florian Schäffler im diesjährigen Alternativen Drogen- und Suchtbericht zusammengefasst, woran es im deutschen Gefängniswesen krankt.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/substitution-in-haft/4332-substitutionsbehandlung-opioidabhaengiger-und-menschenrechte-in-deutschen-haftanstalten-ein-problemfall
 
Deutsches Ärzteblatt: Diskussion um potenzielle Anti-Tumor-Wirkung von Methadon
In einem Übersichtsartikel erläutert das Deutsche Ärzteblatt (DÄB), was es mit dem Einsatz von Methadon in der Krebsmedizin auf sich hat. Noch sei „die Studienlage dünn“, aber die Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA) überlege, eine von der pharmazeutischen Industrie unabhängige Studie durchzuführen, schreibt DÄB.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/methadon-in-der-krebsmedizin/4057-deutsches-aerzteblatt-diskussion-um-potenzielle-anti-tumor-wirkung-von-methadon
 
Curriculum Suchtmedizin - Kurse 2017/18: Suchtmedizinische Grundversorgung für Ärzte 2017 bis 2018 (50 Stunden) und Suchtmedizinisches Curriculum für Med. Fachangestellte / Arzthelferinnen 2018 (60 Stunden)
Veranstalter: OSTDEUTSCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT SUCHTMEDIZIN (OAGS)
http://www.forum-substitutionspraxis.de/versorgungspraxis/national/4362-curriculum-suchtmedizin-kurse-2017-18-suchtmedizinische-grundversorgung-fuer-aerzte-2017-bis-2018-50-stunden-und-suchtmedizinisches-curriculum-fuer-med-fachangestellte-arzthelferinnnen-2018-60-stunden
 
Epclusa® 400 mg /100 mg Filmtabletten (Charge 15SFPD119): Fälschung in deutscher Aufmachung angeboten
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist auf eine Fälschung des Arzneimittels Epclusa® 400 mg / 100 mg Filmtabletten der Firma Gilead hin, die in Deutschland einem Großhändler angeboten wurde. Das Arzneimittel enthält regulär die Wirkstoffkombination Velpatasvir und Sofosbuvir und wird bei Erwachsenen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C Virusinfektion (HCV) angewendet.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/begleitkrankheiten/hepatitiden/4190-epclusa-400-mg-100-mg-filmtabletten-charge-15sfpd119-faelschung-in-deutscher-aufmachung-angeboten
 
Hepatitis C virus core antigen: A simplified treatment monitoring tool, including for post-treatment relapse
Der HCV RNA Assay ist der Goldstandard zum Nachweis einer aktiven HCV-Infektion. Die Methode erfordert intelligente Labortechnik und ist nicht ganz billig. Eine internationale Autorengruppe hat deshalb nach einem einfachen und preisgünstigen Parameter zum Nachweis bzw. Ausschluss einer Hepatitis C-Virämie gesucht. Das Ergebnis: „HCVcAg demonstrated high sensitivity and specificity for detection of pre-treatment and post-treatment viraemia. This study indicates that confirmation of active HCV infection, including recurrent viraemia, by HCVcAg is possible. Reduced on-treatment sensitivity of HCVcAg may be a clinical advantage given the moves toward simplification of monitoring schedules.“ (J Clin Virol. 2017 May 11;92:32-38. doi: 10.1016/j.jcv.2017.05.007.)
Da der HCVcAG-Test eine geringere Sensitivität hat, muss also bei Negativität im zweiten Schritt ein HCV-RNA-Test gemacht werden.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/begleitkrankheiten/hepatitiden/4368-hepatitis-c-virus-core-antigen-a-simplified-treatment-monitoring-tool-including-for-post-treatment-relapse
 
Gabapentinoide. England/Wales: Combining heroin and commonly prescribed non-opioid pain killers leads to a significant rise in overdose deaths
Eine Studie der Universität Bristol hat herausgefunden, dass zwischen dem Anstieg von Verordnungen von Pregabalin und Gabapentin und dem Anstieg tödlicher Überdosierungen in England und Wales ein Zusammenhang besteht.
http://www.forum-substitutionspraxis.de/substanzen/gabapentinoide/3737-gabapentinoide-england-wales-combining-heroin-and-commonly-prescribed-non-opioid-pain-killers-leads-to-a-significant-rise-in-overdose-deaths
 
A Day In The Life: The World Of Humans Who Use Drugs - The Full Movie
Die ungarische Organisation Drug Reporter (drogriporter.hu) wurde kürzlich auf der Internationalen Harm Reduction Konferenz mit dem International Rolleston Award ausgezeichnet. Die Aktivisten um Péter Sárosi stellen seit einigen Jahren Filme über Harm Reduction, Substanzen, Fachkonferenzen, Drogenpolitik und Stigmatisierung von DrogenkonsumentInnen ins Netz. Ihr neuestes Werk begleitet acht Drogenkonsumentinnen durch ihren Alltag. (Video, 1:25:54)
http://www.forum-substitutionspraxis.de/selbsthilfe/international/4293-a-day-in-the-life-the-world-of-humans-who-use-drugs-the-full-movie
 
Zum Schluss noch zwei aktuelle Meldungen zu Levo-Methadontabletten: Die Firma HEXAL teilt mit, das ihr Produkt L-Poladdict® in den Stärken 5mg, 20mg und 30mg ab sofort auf dem Markt verfügbar sei. Ein Sprecher von Sanofi wiederum rechnet auf Anfrage von Z51.83G FORUM SUBSTITUTIONSPRAXIS damit, „dass die 5 mg Tabletten in KW 25 bis 26 wieder voll lieferfähig sein werden.“ Also ab kommende Woche. Die 20mg-Tabletten L-Polamidon® von Sanofi sind bereits wieder lieferbar.
 
Die nächste Ausgabe erscheint am zweiten Mittwoch im Juli, am 12.7.2017. Vorher können Sie die Herausgeber und den Redakteur dieses Informationsdienstes auf dem Münchner Suchtkongress treffen.
 
Viel Spaß beim Lesen!
 
Hans-Günter Meyer-Thompson
- Redakteur -
 
 
 
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